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Verena Hein bei einer Beratung im MGH Rendsburg.

12.03.2019

Rendsburg – Für Menschen, die kaum oder nur eingeschränkt Lesen, Schreiben und Rechnen können, gibt es viele Angebote und Hilfen. Sie kennen diese aber oft gar nicht oder sie nutzen sie nicht. Das will Verena Hein ändern. Sie arbeitet seit Kurzem im Mehrgenerationenhaus Rendsburg (MGH, Am Margarethenhof 41) im Bereich des Sonderschwerpunktes „Förderung der Lese-, Schreib- und Rechenkompetenzen“. Jeden Donnerstag zwischen zehn und zwölf Uhr bietet sie eine offene Beratung an.

„Ich will den Menschen Hilfe anbieten“, sagt sie. Die Arbeit von Verena Hein besteht hauptsächlich darin, Netzwerke zu schaffen und Angebote zu vermitteln. Wo bekommen die Betroffenen Hilfe? Wie können sie den funktionalen Analphabetismus überwinden? Welche Kurse gibt es? Wer hilft bei alltäglichen Problemen wie eben dem Ausfüllen von Formularen und ähnlichem. Sie vermittelt Betroffene zu Lese- und Schreibkursen der Volkshochschule und informiert über Lernmöglichkeiten im MGH. Derzeit bildet sie sich selbst im Bereich der Alphabetisierung fort. Verena Hein ist telefonisch unter 04331/9456037 oder mobil unter 0171/1939023 zu erreichen.

„Für uns ist der Sonderschwerpunkt eine sinnvolle Ergänzung unseres Angebots“, sagt Frauke Kondritz. Sie ist die Leiterin des MGH, das sich im Zentrum für Kirchliche Dienste des Kirchenkreises Rendsburg-Eckernförde befindet. „Wir freuen uns, mit Verena Hein eine kompetente und engagierte Mitarbeiterin gefunden zu haben und hoffen, dass sie vielen Menschen helfen kann.“ Das neue Angebot solle ganz niedrigschwellig angesetzt sein, um Betroffene zu finden. „Sie sind oft sehr geschickt und können sehr gut verstecken, dass sie nicht Lesen und Schreiben können“, sagt Kondritz. Wenn Betroffene dann gefunden sind, komme es darauf an, sie auf ihrem Weg zur Alphabetisierung gut zu begleiten und zu unterstützen.

Ziel des bundesweiten Sonderschwerpunktes der Mehrgenerationenhäuser ist es, Bildungsbarrieren abzubauen. Das Programm wird vom Bundesfamilienministerium unterstützt. Es sollen mehr Erwachsene erreicht, beraten und individuell unterstützt werden.

Studien gehen davon aus, dass in Deutschland etwa 7,5 Millionen Menschen im erwerbsfähigen Alter sogenannte funktionale Analphabeten sind. In Schleswig-Holstein sollen es 250.000 sein. Umgerechnet auf eine Stadt wie Rendsburg sind das 2500 Personen zwischen 18 und 64 Jahren. Die Betroffenen können zwar einfache Sätze lesen oder schreiben. Allerdings verstehen sie keine zusammenhängenden Texte wie zum Beispiel eine schriftliche Arbeitsanweisung.

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