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16.03.2020

Die Kirchenbänke sind am Sonntag im Norden aufgrund der Corona-Krise weitgehend leer geblieben. Viele Menschen haben aber die digitalen Möglichkeiten genutzt, sagte der Sprecher der Nordkirche Stefan Döbler. Neben den klassischen Radio- und Fernsehgottesdiensten habe es auch Gebet, Predigt und Seelsorge via Internet gegeben. Eine Übersicht zu Gottesdiensten und weiteren Angeboten in Funk, Fernsehen und Internet findet sich hier.

So sendeten die Pastores Arend Engelkes-Krückmann und Katharina Schunck live aus Hademarschen über die Homepage der Kirche. Und Pastor Rode Zimmermann-Stock filmte in Westerrönfeld seinen kurzen Gottesdienst per Smartphone und stellte ihn bei Youtube ein: "An diesem Sonntag habe wir es noch nicht geschafft, einen ganzen Gottesdienst live zu zeigen, aber immerhin ein kleines Solo-Stück", schrieb er dazu. "Meine Augen schauen stets auf den Herrn", sprache er in die Handykamera. Mit diesen Worten lade er dazu ein, gemeinsam eine Kerze zu entzünden, bis 16 Uhr sei zudem die Kirche geöffnet.

Der YouTube-Kanal des Kirchenkreises Lübeck-Lauenburg übertrug live einen Gottesdienst aus der St. Jürgen-Kapelle. Die Predigt hielt Pröpstin Petra Kallies zum Thema "Nur mal kurz die Welt retten?": Ob die Angst uns besiege, "ob wir unser Miteinander retten - oder sogar besser machen", das werde sich in den kommenden Wochen zeigen, sagte Kallies und zeigte sich hoffnungsvoll angesichts der Hilfsangebote, die viele Kirchengemeinden gerade entwickelten.

Gottesdienste auf Youtube, auf der Website oder per Telefon

Der über Facebook verbreitete Livestream-Gottesdienst mit dem Motto"Corona in Zeiten der Liebe" aus der Lübecker St. Georg-Kirche zählte laut Nordkirche bis Sonntagmittag etwa 15.000 Aufrufe. Organisiert hatte die Übertragung der Hamburger NDR-Journalist und Theologe Daniel Kaiser. Schon während der digitalen Feier sei es zu zahllosen Rückmeldungen begeisterter Teilnehmer*innen gekommen - manche hätten mit dem Gesangbuch vor dem Computer oder mit Tablet und Kaffeetasse am Frühstückstisch gesessen.

In Hamburg-Wilhelmsburg hielt Pastor Malte Detje einen Gottesdienst im Livestream auf dem Online-Portal seiner Gemeinde. Der Kirchenkreis Nordfriesland veranstaltete einen Gottesdienst per Telefonkonferenz; Einwahldaten dafür waren zuvor per Facebook verbreitet worden. Ein Team der Rostocker Innenstadtgemeinde hatte den Sonntags-Gottesdienst bereits vorab in der Winterkirche von St. Marien per Mikrofon aufgezeichnet und dann den Mitschnitt mit Fotos aus der Kirche auf YouTube veröffentlicht. Und das Männerforum der Nordkirche lud online zu einem interaktiven Gesprächsgottesdienst ein, Menschen aus ganz Deutschland beteiligten sich per Webcam, Mikrofon und Chat. Einen solchen Gesprächsgottesdienst will das Männerforum auch an den kommenden Sonntagen anbieten.

Lob für Ideen und neue Wege

Die Nordkirche hat auch eine technische Anleitung zur Live-Übertragung ("Streaming") bereit gestellt. Die Landesbischöfin der Nordkirche Kristina Kühnbaum-Schmidt dankte allen Beteiligten, die in der Corona-Krise kreativ geworden sind. "Wir stellen uns der Aufgabe, das Evangelium in Wort und Tat auch unter stark veränderten Bedingungen zu verkündigen", sagte sie. Zugleich sei dies "ein gemeinsamer Lernprozess". Sie sehe "mit großer Neugier und auch mit Bewunderung", auf wie vielfältige Weise Ideen entwickelt und neue Wege gegangen würden. Dies geschehe dazu "in einem atemberaubenden Tempo". Die Landesbischöfin hatte bereits vor Tagen dazu aufgerufen, verstärkt Wege der digitalen Kommunikation zu nutzen. Auf Twitter bat sie um "Ideen und Best-Practice-Beispiele". Es gehe darum, gefährdete Menschen zu schützen und zugleich "geistlich verbunden" zu bleiben, sagte sie.

Unter www.aktuell.nordkirche.de findet sich eine ständig erweiterte Übersicht, u.a. mit geistlichen und seelsorgerlichen Angeboten im Internet und Social Media, im Fernsehen und Radio. Auf der Seite gibt es auch Anleitungen, um Andachten, Gottesdienste, Predigten und Gebete selbst über die sozialen Netzwerke live zu streamen.

Möglichkeiten in der Kirche

Es gibt aber auch Angebote und Beistand vor Ort. Nachdem sie den Fernsehgottesdienst im ZDF aus Oldenburg angesehen hatte, ließ Pastorin Kirsten Erichsen in Sieseby zur neuen Gottesdienstzeit in Schwansen um 11.15 Uhr die Glocken läuten - "aber nicht, um die Gemeinde zusammenzurufen, sondern um zu sagen: Es ist jemand in der Kirche und denkt an Euch". Dann hielt sie Fürbitte dort in der Kirche und ließ die Kirchentür bis zum frühen Abend offen stehen. 

In der Hüttener Kirche entzündete Pastorin Kerstin Hansen-Neupert eine Kerze und betete ebenfalls. Sie möchte ab 1. April die Kirche öffnen: "Dann kann jeder kommen, wenn auch er eine Kerze anzünden möchte", sagte sie der Eckernförder Zeitung. Die Pastores in Schwansen wollen am Mittwoch beraten, was ihre neue Kirchengemeinde anbieten kann und darf.

Derzeit überlegen viele Kirchengemeinden in unserem Kirchenkreis, was möglich ist. Dazu hier in den kommenden Tagen weitere Beispiele - ein sehr sehr gutes kommt schon mal aus Gettorf: Am Montagmorgen startete die Kirchengemeinde einen Pfadfinder-Hilfsdienst mit Besorgungen und Einkauf für Leute in Gettorf und umzu, die das Haus nicht verlassen sollten. Das Hilfe-Telefon ist täglich von 9 bis 17 Uhr besetzt: 0160-93 41 95 89. Denn das 3. Pfadfindergesetz lautet: "Ein Pfadfinder hilft, wo er kann".


(mit Informationen des Ev. Pressedienstes)

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